Preistabelle der Hyperinflation in Deutschland 1923
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Wie definiert sich eine Hyperinflation und was waren die Ursachen für die Hyperinflation in Deutschland? Wie sahen die verheerenden Folgen der Inflation von 1923 aus, wie kommt ein Land da wieder raus und droht Deutschland eine neue Hyperinflation?

1. Hyperinflation

1.1 Hyperinflation einfach erklärt

Jede Hyperinflation beginnt mit einer Inflation. Jede Inflation entwertet dein Geld

Das bedeutet, dass du dir immer weniger für dein Geld kaufen kannst. Beziehungsweise musst du immer mehr Geld für die gleichen Produkte bezahlen. Die Kaufkraft der Währung sinkt

Eine Hyperinflation ist eine extrem stark voranschreitende Inflation. Allgemein ist dies der Fall, wenn die Preise jährlich um 50 Prozent steigen. Das Geld ist dann wertlos. Die Hyperinflation frisst dein Geld förmlich auf. 

1.2 Die Ursachen einer Hyperinflation

In der Regel gibt es zwei Ursachen für eine Hyperinflation:

1.2.1 Zu hohe Staatsschulden bzw. ein Staatsbankrott

Der Staat gibt mehr aus, als er einnimmt. Er kann seine Ausgaben nicht mehr finanzieren und verschuldet sich immer mehr. Nun braucht er mehr Geld, um seine Schulden auszugleichen. Sonst wäre er bankrott.

1.2.2 Das Drucken von Geld

Die Zentralbank druckt frisches Geld. Das bedeutet, dass Geld aus dem Nichts geschaffen wird. 

Die Menge an Geld in der Wirtschaft nimmt zu. Mehr Waren oder Dienstleistungen gibt es aber nicht. Dadurch steigen die Preise. Man bezeichnet dies auch als Inflationssteuer. Aber es reicht nicht. Der Staat kann seine Schulden nicht decken. 

Es wird noch mehr Geld gedruckt und die Preise ziehen noch schneller an. Das Geld verliert immer mehr seinen Wert. 

Die Inflation von 1923: Wie es zur größten deutschen Geldkatastrophe kam

Die Menschen geben deshalb verständlicherweise ihr Geld aus so schnell sie können. Der Verkäufer, der das Geld erhält, wird wiederum das gleiche tun. Das ist mit der Umlaufgeschwindigkeit gemeint. Diese wird immer schneller. 

Die Hyperinflation kommt in Gang.

20.000 Mark-Geldschein in der Hyperinflation 1923
Februar 1923: Reichsbanknote 20.000 Mark

1.3 Die Folgen der Inflation 1923

Übertragen wir eine Hyperinflation mal auf unsere Wirtschaft. Was würde sie für dich als Bürger und für ein Unternehmen in der Wirtschaft bedeuten?

1.3.1 Für die privaten Haushalte

Ein Brot, welches aktuell 4 Euro kostet, würde dann im nächsten Monat 6 Euro kosten und im übernächsten Monat 9 Euro. Ein Jahr später kostet es dann schon mehrere hundert Euro. Oder sogar noch mehr. 

Kannst du in der Not dein Brot selber backen?* Oder hast du Edelmetalle wie Gold und Silber als Wertspeicher, um in solchen Krisen zahlungsfähig zu bleiben?

Was würdest du in so einer Situation dann mit deinem monatlichen Gehalt tun? Es schnell ausgeben. Jeder von uns. Denn nur kurze Zeit später bekommen wir noch weniger für unser Geld.

500.000 Mark-Geldschein in der Hyperinflation 1923
Juli 1923: Reichsbanknote 500.000 Mark

1.3.2 Für die Wirtschaft

Ein Unternehmen wird nur solange etwas verkaufen, solange das Geld, was es dafür bekommt, dem Wert seiner Ware entspricht. 

Deshalb verlieren nicht die Produkte an Wert, sondern “nur” das Geld. 

Wenn du aber immer weniger für das Geld bekommst und damit kaufen kannst, wird ein Unternehmen oder ein Verkäufer immer weniger anbieten. Es gibt ja immer weniger Käufer seiner Waren. Weil sie die Preise nicht mehr bezahlen können.

So bricht die Wirtschaft Stück für Stück zusammen.

50.000.000 Mark-Geldschein in der Hyperinflation 1923
Juli 1923: Reichsbanknote 50 Millionen Mark

1.3.3 Vom Wohlstand ins Nichts

Unsere Großeltern besaßen nicht viel. Meine zumindest nicht. Der Alltag war harte Arbeit. Und dann machten die Menschen noch Kriege, Hyperinflation, zwei Währungsreformen und einen Lastenausgleich durch. Unvorstellbar!

Wir dagegen leben im Wohlstand und den eigenen Lebensstandard zu verlieren, schmerzt. Wir haben uns eine Dienstleistungsgesellschaft aufgebaut und sind es gewohnt, etwas gegen Bezahlung gemacht zu bekommen. Unsere Waren sind billig. 

Alles haben zu können und dann auf alles verzichten zu müssen weil es um Existenzbedürfnisse geht – da brechen Welten zusammen.

1.4 Hyperinflation Deutschland 1923

1.4.1 Verschuldeter Staat, zerstörte Wirtschaft

Die Regierung hatte enorme Schulden angehäuft. Der Erste Weltkrieg musste noch nachträglich bezahlt werden. Und dann waren da noch die „Sieger“, die sodann ihre Reparationszahlungen einforderten. 

Der Staat war de facto pleite. Die Wirtschaft war zerstört. Um die Schulden begleichen zu können, druckte die Notenbank das nötige Geld.

10.000.000 Mark-Geldschein in der Hyperinflation 1923
Juli 1923: Reichsbanknote 10 Millionen Mark

1.4.2 Wertloses Geld

Es kam zu der schlimmsten Geldentwertung in der Deutschen Geschichte. Preise und Löhne explodierten. Mit Schubkarren wurde das Geld transportiert, um Lebensmittel für den täglichen Bedarf einzukaufen. 

In der Hyperinflation 1923 wurde das Geld in Schubkarren zum Lebensmittelhändler gekarrt
Geld wird in Schubkarren zum Lebensmittelhändler gekarrt

Stunden später konnten sich die Menschen davon kaum mehr etwas kaufen. Geldscheine wurden deshalb zum Heizen verfeuert oder als Notizzettel benutzt. 

Viele Läden verkauften ihre Waren nicht mehr, einfach weil sie daran nicht mehr verdienen konnte. 

1.4.3 Hyperinflation 1923 Preise

In der Hyperinflation 1923 hatten sich die Preise innerhalb einer Woche vervierfacht.

Ein Brot kostet binnen weniger Monate eine Million. 

Folgende Preistabellen von 1923 machen den rasanten Preisverfall binnen eines halben Jahres deutlich.

Preistabelle Hyperinflation Juni 1923
Preistabelle Hyperinflation Dezember 1923

Die umfassende Preistabelle während der Hyperinflation 1923 in Deutschland zeigt, dass das Leben unbezahlbar geworden war:

Preistabelle der Hyperinflation in Deutschland 1923

1.4.4 Gewinner und Verlierer der Inflation 1923

Ob der Wortlaut Gewinner und Verlierer der Inflation 1923 so gerechtfertigt ist, sei mal dahin gestellt. Wie in jeder Situation gibt es aber Vor- und Nachteile. 

1.4.4.1 Der Staat

Ein Vorteil war, dass auch die Schulden “dank” der Hyperinflation wie das Eis in der Sonne schmolzen. Der Staat konnte sich somit entschulden und genau deshalb war ihm auch nicht daran gelegen, diese Situation vorher zu entschärfen. 

Allerdings konnte der Staat seine Ausgaben auch nicht mehr finanzieren. Die Steuern sind in einer Hyperinflation ja nichts mehr wert. Geld im Ausland leihen kann er sich auch nicht mehr. Jeder Gläubiger weiß, dass er sein Geld nicht wiederbekommen würde. 

1.4.4.2 Die Bürger

Und auch wer sich 1921 eine Hypothek für einen Hauskauf oder ein Stück Land aufnahm, der war seine Schulden über Nacht los. Einen Sack Kartoffeln konnte der Hausbesitzer trotzdem nicht mehr bezahlen. Das Geld war wertlos. 

Dafür, dass er ein Eigenheim besaß, bekam er später auch noch die Rechnung – und zwar in Form eines Lastenausgleiches… Der folgte damals zwar erst Jahrzehnte später, doch wäre es riskant dies als Blaupause für die Gegenwart oder zukünftige Entwicklungen zu nehmen. Erst 2019 ist das seit damals bestehende Lastenausgleichsgesetz mit Wirkung zu 2024 abgeändert worden

1.4.5 Die Krisen danach

Natürlich war auch die Hyperinflation in Deutschland irgendwann vorbei. Friede Freude Eierkuchen war aber trotzdem nicht. 

Es folgte eine Währungsreform, der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945, die zweite Währungsreform 1948 und 1952 dann der Lastenausgleich, der den Hausbesitzern eine Zwangshypothek von 50% auferlegte.

1.5 Das Ende einer Hyperinflation

1.5.1 Wann endet eine Hyperinflation?

Wenn das Geld seine Funktion als Tauschobjekt verloren hat. 

Dann ist der Zeitpunkt erreicht, indem die Bevölkerung das Geld als Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert. Der Bürger kann damit nichts mehr bezahlen. Es wird als Spielgeld benutzt. 

Als Währung dienen dann Sachgüter als Tauschmittel. 

In der Hyperinflation weggeworfenes Geld wird auf der Straße zusammengefegt
Weggeworfenes Geld wird zusammengefegt
Das wertlos gewordene Geld wurde in der Hyperinflation 1923 als Brennmaterial benutzt
Geld wird als Brennmaterial benutzt

1.5.2 Wie wird eine Hyperinflation beendet?

Es wird eine Währungsreform eingeführt. Dies kann auf zwei Wegen stattfinden:
  • Jeder Bürger erhält einen Anfangsbetrag in der neuen Währung. (Vielleicht wird das ja das sogenannte bedingungslose Grundeinkommen?)
  • Die alte Währung wird in einem sehr hohen Austauschverhältnis gegen die neue Währung eingetauscht. 1923, am Ende der Hyperinflation in Deutschland, wurde die alte Mark zu dem unglaublichen Kurs von 1:1.000.000.000.000 in die Rentenmark (ab Oktober 1924 in die Reichsmark) umgetauscht.

1.6 Andere Beispiele einer Hyperinflation

  • Während der Hyperinflation in Zimbabwe im Jahr 2009 erreichte der Dollar eine monatliche Inflationsrate von 79 Milliarden Prozent.
  • In der Hyperinflation in Ungarn 1946 stieg der Wert auf 4,19 Billiarden Prozent. Die Preise verdreifachten sich innerhalb eines Tages.
Abbildung zeigt den Kaufkraftverlust durch die Hyperinflation in Venezuela
Hyperinflation in Venezuela seit 2017

1.7 Tauschmittel als Ersatzwährung

Wenn das Geld wertlos ist, brauchst du ein neues Zahlungsmittel. 

In der Hyperinflation in Deutschland griffen die Menschen auf Tauschmittel zurück. Waren werden dann gegen Waren getauscht. Zigaretten wurden zu einer „Ersatzwährung“ nach dem Zweiten Weltkrieg. 

Ein Sack Kartoffeln wurde mit teurem Schmuck bezahlt. Welche Tauschmittel kannst du dann für ein Kilo Kartoffeln oder ein Brot anbieten? Eine andere Ware, eine Dienstleistung, Silber oder Gold?

1.8 Droht eine neue Hyperinflation in Deutschland?

Schauen wir uns unsere aktuelle Wirtschaft an: Die Inflation steigt zusehends. Geld wird soviel gedruckt, dass es Generationen nicht zurückzahlen können werden. 

Mehr Waren und Dienstleistungen werden nicht produziert. Ganz im Gegenteil. Das Wirtschaftswachstum sinkt. So titeln die deutschen Wirtschaftsnachrichten: Bundesregierung senkt Wachstumsprognose auf 2,2 Prozent

Durch die Corona-Politik sind viele Selbständige insolvent. Die Energiepolitik wird viele Unternehmen ruinieren. Ihre Produkte oder Dienstleistungen stehen dem Markt nicht mehr zur Verfügung. Die Wirtschaft schwächt sich ab. 

Die Unmenge an gedrucktem Geld hat somit kein Gegengewicht. Der Staat macht immer mehr Schulden. Herr Christian Lindner sprach bereits vom “Wohlstandsverlust durch Inflation”Es sieht also wirklich nicht gut aus, oder?

1.9 Vorsorgemaßnahmen

Folgende Vorsorgemaßnahmen lassen dich eine hohe Inflation oder Hyperinflation in Deutschland leichter durchstehen:

  • Finanzielle Maßnahmen treffen, um deine Familie abzusichern und deine Kaufkraft zu schützen. Physische Edelmetalle sichern dein Vermögen. Gold und Silber sichern sie dir deine Kaufkraft. Seriös und sicher kaufst du physische Edelmetalle bei Solit*, einem der größten Edelmetallhersteller in Europa mit mehrfacher Auszeichnung. Nach der Registrierung, kannst du Edelmetalle auch in kleinen Einheiten erwerben und diese zu dir sicher und diskret nach Hause liefern oder in einem Hochsicherheitstresor für dich aufbewahren lassen.
  • Vorräte anlegen. Je mehr du bevorratest, desto weniger musst du kaufen. Wenn Lebensmittel unbezahlbar sind, ist dein Vorrat Gold wert. 
  • Sich persönliche Fertigkeiten aneignen (Selbsthilfe). Bist du auf die Dienstleistungen anderer, die du bezahlen musst, angewiesen, wirst du umso mehr entbehren müssen. 

Denk dran: Vorsorge schafft Sicherheit,

deine Diana

Bildquellen: Preistabelle Hyperinflation: https://abload.de/image.php?img=preisez8k2.jpg, https://de.alphahistory.com/Weimarer-Republik/1923-Hyperinflation/, https://www.dw.com/de/venezuela-so-teuer-ist-hyperinflation/g-45153276, https://www.credocourses.com/blog/tag/millennium/

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Letzte Aktualisierung am 30.11.2022 um 08:11 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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