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Lastenausgleich 2024? Die Vermögensabgabe, die jeden Bürger betrifft

  • Beitrags-Kategorie:Vermögensschutz
  • Lesedauer:25 min Lesezeit
  • Beitrag veröffentlicht:19. April 2022
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Droht uns ein neuer Lastenausgleich zum 01.01.2024? Wie sah die Vermögensabgabe von 1952 aus? Was deutet auf ein neues Lastenausgleichsgesetz (LAG) hin und was würde dies für deine Vermögenswerte (Bargeld, Gold, Aktien, Kryptos, Kunstwerke, Immobilien, Unternehmen) bedeuten?

1. Der Lastenausgleich

1.1 Definition "Lastenausgleich"

Wie es im Wort schon drin steckt, geht es darum, Lasten auszugleichen. Ersetze das Wort Lasten durch Belastungen, Kosten oder durch Verlust. Diese Ausgleichszahlungen müssen von den Bürgern getragen werden. 

Fragst du dich, wie das überhaupt so weit kommen kann? Dann hast du vielleicht schon mal den Satz “Der Staat ist ein schlechter Unternehmer” gehört. Von der schwarzen Null spricht niemand mehr. Gelder werden ausgegeben bevor sie eingenommen wurden. Und Deutschland ist bereits tief verschuldet. Diese Lasten müssen irgendwann irgendwie ausgeglichen werden. 

Ein Lastenausgleich ist im Prinzip nichts anderes als eine einmalig zu zahlende  Vermögensabgabe und kommt somit einer Enteignung gleich. 

Schon zwei mal in der Geschichte mussten die Deutschen eine Vermögensabgabe entrichten: 1924 gab es die Hauszinssteuern und 1952 den Schuldenlastenausgleich

1.2 Finanzielle Lasten

1.2.1 Aktuell

Millionen hier. Milliarden da. 

Warum sind dann die deutschen Bürger die Ärmsten in Europa, was die Vermögenswerte betrifft? Warum zahlen wir weltweit die höchsten Strompreise, Steuern und Abgaben?

Corona allein kostete 2020 ca. 130 Milliarden Euro. Der Etatentwurf für 2021 versprach die zweithöchste Neuverschuldung in der Geschichte Deutschlands: 180 Milliarden Euro neue Schulden für das Jahr 2021. Letztes Jahr hatte Deutschland somit Gesamtschulden in Höhe von 250 Milliarden Euro. 

Nun erleben wir die zweite Flüchtlingskrise aufgrund des Ukraine-/Russlands-Konflikts, geben 100 Milliarden Euro für unser Militär aus und 10 Milliarden für eine Partnerschaft mit Indien. 

Die Inflation tilgt zwar die Schulden peu à peu aber das ist keine Lösung. Alles wurde sprichwörtlich auf Pump finanziert und die Rechnung kommt bekanntlich zum Schluss.

1.2.2 Blick in die Zukunft

Ob es die gesteckten Klimaziele oder das Frieren für den Frieden ist: Wir laufen direkt auf eine Strom- und Gas-Mangelwirtschaft zu. Dieses wird viele Unternehmen in die Knie zwingen. 

Daraus gehen dann enorm viele arbeitslose Menschen im eigenen Land hervor. Diese werden, genauso wie die Einwanderer und die Flüchtlinge, finanzielle Unterstützung benötigen. 

Die Stuttgarter Nachrichten berichteten am 28.04.2022 darüber, dass die Bremer Senatorin auch Klimafolgen als Asylgrund anerkennen lassen möchte. 

Und auch die steigende Hungersnot weltweit, hervorgerufen durch nationale und globale politische Entscheidungen, wird die Menschen zur Flucht bewegen und enorme Herausforderungen der Migration mit sich bringen.

Wie werden wir das alles bezahlen können, wenn die Erwerbstätigen im Land immer weniger werden?

1.3 Lastenausgleich 1952

1.3.1 Vorbild Lastenausgleichsgesetz vom 14.08.1952

Der Lastenausgleich 1952, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, sollte eine soziale Grundlage sein und den Opfern von Bombardierungen, Vertreibungen und Währungsreformen, die damals alles verloren hatten, helfen. 

Ein Auszug aus der Präambel:

“In Anerkennung des Anspruchs der durch den Krieg und seine Folgen besonders betroffenen Bevölkerungsteile auf einen die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit und die volkswirtschaftlichen Möglichkeiten berücksichtigenden Ausgleich von Lasten und auf die zur Eingliederung der Geschädigten notwendige Hilfe …”

Einfach erklärt, bedeutete das Lastenausgleichsgesetz (LAG) eine Unterstützung der Bevölkerungsteile, die durch den Krieg und seine Folgen besonders hart getroffen waren. 

Diejenigen, die weniger zu Schaden gekommen waren, das heißt noch über erhebliches Vermögen verfügten, sollten diejenigen finanzieren, die größeren Schaden erlitten hatten.  

Es sollte eine soziale Gerechtigkeit geschaffen werden und wurde begründet mit der Solidarität gegenüber den Vertriebenen, aus damals Ostpreußen, die sodann heimatlos waren. 

1.3.2 Zwangshypothek

Wer musste zahlen? Wie hoch war die Zwangshypothek und wie lange musste der Lastenausgleich beglichen werden? 

Die Hausbesitzer erhielten einen Freibetrag von 5000 D-Mark. Alles darüber hinaus wurde mit einer Sondersteuer von 50% belegt und über die Eintragung einer Grundschuld auf die Immobilie abgesichert. 

Viele Bürger konnten diesen Betrag nicht mit einem Mal abführen. Damit es damals nicht zu Notverkäufen aufgrund der Steuerbelastung kam, war eine Stundung auf 30 Jahren erlaubt. Konnte jemand den prozentualen Anteil pro Quartal jedoch nicht tilgen, verlor er seine Immobilie.

Das gleiche soll nun anscheinend wieder angestrebt werden. 

1.4 Droht ein Lastenausgleich auf alle Vermögenswerte?

1.4.1 Offene Forderungen nach neuem LAG

Deshalb soll eine Vermögensabgabe eingeführt werden, und zwar nach dem Vorbild vom Lastenausgleichsgesetz von 1952. Hinter den Kulissen werden die Forderungen nach einem neuen Lastenausgleich laut:

  • Der Berliner Historiker Heinrich August Winkler sagte im Gespräch mit der Rheinischen Post im März 2020, dass es im Zuge dieser Krise zu einer der größten materiellen Herausforderungen der dt. Nachkriegsgeschichte kommen wird. Winkler ergänzte, dass es zu steuerlichen Belastungen für diejenigen kommen muss, die von der Krise weniger stark betroffen sind.
  • Im April 2020 luden der Vorsitzende der CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag Ralf Brinkhaus und der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag Eckardt Pols zu einer Gesprächsrunde ein. Diskutiert wurden Strategien zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Pandemie, die, so wurde es betitelt, die wohl größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg darstellt.
  • Am 17.4.2020 sprach Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel den Lastenausgleich an. Er stellte die Frage in den Raum, wie Deutschland die enormen Kosten wegen den dramatischen Entwicklungen in der Wirtschaft bewerkstelligen kann.
  • Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte am 05.02.2021 einen Artikel zum Thema Vermögensabgabe mit der Überschrift Über Solidarität nachdenken.
  • Am 7. April 2022 sagte Markus Lewe, Präsident des Deutschen Städtetages, gegenüber RND (dem Redaktionsnetzwerk Deutschland), dass es im Rahmen des Finanzierungskonzeptes für die Unterbringung der ukrainischen Geflüchteten einen fairen Lastenausgleich benötige. 

1.4.2 Lastenausgleichsgesetz Änderung 2019

Video: kla.tv/22132 vom 04.04.2022

Bereits vor der Corona-Krise und zwar am 12.12.2019 wurde das Lastenausgleichsgesetz abgeändert.  

Im Sozialgesetzbuch Vierzehntes Buch – Soziale Entschädigung (SGB XIV) Gesetz zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts ist unter Kapitel 21 eine Lastenausgleichsgesetzes Änderung von 2019 erfasst. 

Auf Seite 49 des 74-seitigen Dokuments liest sich dazu:

1. §276 Absatz 1 Satz 3 erster Halbsatz werden die Wörter „Bundesversorgungsgesetz mit Ausnahme der Vorschriften über die Kriegsopferfürsorge“ durch die Wörter „Fünften Kapitel oder nach §143 oder nach §151 Vierzehnten Buches Sozialgesetzbuch“ ersetzt.

2. §292 wird wie folgt geändert:

a) In der Überschrift wird das WortKriegsopferfürsorge“ durch die Wörter „Soziale Entschädigung“ ersetzt.

Im Sozialgesetzbuch Vierzehntes Buch – Soziale Entschädigung – (SGB XIV) lässt sich dann nachschlagen, dass §143 und §151 zum 01.01.2024 in Kraft treten. 

1.4.3 Neues Lastenausgleichsgesetz 2024?

Genau genommen, gibt es also 2024 kein neues Lastenausgleichsgesetz. Das damalige endete zwar 1982 aber es existierte weiter. Bis heute. Aus diesem Grund konnten nun Änderungen am Lastenausgleichsgesetz von 1952 vorgenommen werden. 

Diese Wort-Änderungen legen jedoch fest, aus welchen Gründen ein neuer Lastenausgleich erlassen werden kann. Die Wörter Soziale Entschädigung bilden dabei die Basis für jegliche Enteignungsprozesse, die ab 01.01.2024 wirksam werden.

Für dein Vermögen ist es natürlich Wortklauberei. Ob es ein neues Lastenausgleichsgesetz ist oder das damalige dahingehend geändert wurde, dass ein erneuter Erlass, nur unter anderem Deckmantel, möglich wird, ändert nicht die Tatsache, dass du enteignet werden könntest. 

1.5 Europäisches Vermögensregister

Um eine Vermögensabgabe umsetzen zu können, müssen die Informationen vorliegen über wie viel Vermögen jeder Bürger der europäischen Union verfügt. Dazu plant die EU-Kommission die Einführung eines europaweiten und umfassenden zentralen Vermögensregisters und hat hierfür bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. 

In diesem Rahmen werden Möglichkeiten für die Erhebung von Informationen zur Einrichtung eines Vermögensregisters, die anschließend in eine künftige politische Initiative einfließen können, geprüft.

1.5.1 Welche Daten werden erhoben?

Es wird aber nicht wie 1952 hauptsächlich das Eigenheim betreffen, denn es sollen alle verfügbaren Informationen aus verschiedenen Quellen des Vermögenseigentums gesammelt werden. 

Im Einzelnen werden hier neben Immobilien auch andere Vermögenswerte wie Bargeld, Aktien, Kryptowährungen, Gold, Kunstwerke, Unternehmen und Stiftungen aufgelistet. 

Damit ist dann unter anderem auch bekannt welcher Bürger wie viel Gold gekauft hat, wer mit welchen Summen in Kryptowährungen investiert ist und wer wertvolle Kunstwerke besitzt.

Die offizielle Begründung ist, dass dieses Vermögensregister genutzt werden soll, um gegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorgehen zu können. 

Wenn dann das ganze Vermögen aller EU-Bürger erfasst ist, bildet es allerdings eine umfassende Übersicht, um eine Vermögensabgabe nach dem Vorbild des Lastenausgleichsgesetz von 1952 umsetzen zu können.

1.5.2 Grundsteuer-Reform

Mit dem europäischen Vermögensregister sollen alle Vermögenswerte erfasst werden. Wie wird nun aber der Wert von Immobilien ermittelt? 

Das Finanzamt schrieb bereits 2011 alle Eigentümer an und verlangte Angaben zu deren Immobilien im Rahmen eines Zensus. 

Und 2022 wird es mit der Gebäude- und Wohnungszählung wieder einen Mikrozensus geben. Es soll festgestellt werden, wie viele Menschen in unserem Land leben und auf welche Weise sie wohnen. Diese Daten sollen Bund, Länder und Gemeinden als Planungs- und Entscheidungsgrundlage dienen.

Basierend auf diesen Daten kann dann auch der exakte Wert der Immobilien ermittelt und die neue Grundsteuer erhoben werden. Zum 01.01.2025 soll dann die neue Reform der Grundsteuer in Kraft treten. 

Bis dahin bleibt auch genügend Zeit die anderen Vermögenswerte, die ebenfalls erfasst werden sollen, zusammenzutragen.

1.5.3 Zentrales Immobilienregister

Die Partei Die Linke hat einen Antrag (20/1513) mit dem Titel “Zentrales Immobilienregister sofort einführen” vorgelegt, der am 29.04.2022 im Bundestag beraten wurde. Das bundesweit zentrale Immobilienregister soll eine Daten-Transparenz auf EU-Ebene sicherstellen. 

Begründet wird dies, wie kann es anders sein, damit, dass Geldwäsche Einhalt geboten werden soll. 

Dazu wurde aber auch angedroht, die Immobilienbesitzer zu enteignen, die ihre Anonymität bewahren möchten und nicht damit einverstanden sind, dass Hinz und Kunz die Vermögensverhältnisse von anderen im Internet ermitteln kann. 

Die Linke, SPD und die Grünen haben übrigens im Bundestag dafür gestimmt. CDU, FDP und die AFD stimmten dagegen. 

1.6 Wer wird von einer Vermögensabgabe betroffen sein?

Die Vermögensabgabe wird jeden mit Vermögen betreffen. Einzig wie hoch die prozentuale Vermögensabgabe und der Freibetrag sein werden, ist unbekannt. 

1.6.1 Vermögen außerhalb Deutschlands

Du hast eine Ferienwohnung auf Mallorca? Geld auf einem Bankkonto im EU-Ausland? Vermögen außerhalb der EU? 

In Deutschland gilt, wie in den meisten Ländern in der EU, das Welteinkommensprinzip. Das heißt, wenn du einen Wohnsitz in Deutschland hast, wird dein Vermögen besteuert, egal wo du es auf der Welt verteilt hast. 

1.6.2 Bei Wegzug

Die Vermögensabgabe, gestundet auf 30 Jahre, kann wie es damals der Fall war, mit dem Wohnort verknüpft werden. Bei Wegzug wird die Stundung aufgehoben und der Bürger muss vor Verlassen des Landes seine Schuld begleichen. 

Falls du schon am Koffer packen bist, musst du noch wissen, dass das Lastenausgleichsgesetz zwar 1952 verabschiedet aber rückwirkend zu 1948 wirksam wurde. Damit wurde die Vermögensabgabe auf jeden Bürger angewendet, der nach 1948 in Deutschland wohnte.

1.6.3 Risikofaktor: Immobilien

1.6.3.1 Gebundenes Kapital

Aktien, Kryptos und Edelmetalle können relativ leicht veräußert werden und auch vom Guthaben auf der Bank lässt sich eine Abgabe unkompliziert abführen. 

Immobilien, aber auch Unternehmen, bergen ein anderes Risiko. Das Kapital ist gebunden. Trotzdem werden die Zahlungen fällig werden. Um das unwägbare Risiko einzugrenzen, erfordert dies liquide Mittel oder einen monatlichen Spielraum, der diese zusätzlichen Zahlungen ausgleichen könnte. 

Hast du dagegen deinen Traum vom Eigentum vollfinanziert und auch sonst keine anderen Vermögenswerte? Sind die Schulden insgesamt nicht mehr zu begleichen, und der Wert der Immobilie sinkt drastisch aufgrund der Einführung des Lastenausgleiches, reicht der Verkaufspreis eventuell nicht mal mehr aus, um nach dem Verkauf die Restschulden zu tilgen.

1.6.3.2 Wertverlust

Allein die offizielle Einführung einer Vermögensabgabe wird unweigerlich zu einem Wertverlust führen. 

Dies solltest du vor allem berücksichtigen, falls du in Erwägung ziehst, deine Immobilie später zu verkaufen oder falls du bisher davon ausgegangen bist, dass die Immobilienpreise weiter steigen werden. Kein potentieller Käufer möchte solch eine Investition zum Erwerb einer Immobilie tätigen mit dem Wissen von einer Zwangshypothek, die sich dann über 30 Jahre erstreckt.

1.6.3.3 Nicht kalkulierte Belastungen

Der Kredit ist abbezahlt. Eigentlich warst du bei den gestiegenen Nebenkosten auch heilfroh, dass du keinen monatlichen Kredit mehr tilgen musst. Verständlich. 

Aber hast du ein Guthaben oder Vermögenswerte, die du liquide machen könntest, um die Zwangshypothek zu stemmen? Bist du bereit die nächsten Jahrzehnte diese abzubezahlen, nachdem du doch schuldenfrei warst? Oder beziehst du nun eine Rente und wie mager oder üppig fällt die aus?

1.6.3.4 Offene Schulden

Es gibt die Theorie, dass man sich mit einer noch verschuldeten Immobilie mit Hilfe des Lastenausgleichs entschulden kann. Ich sehe das auf keinen Fall so. 

1.6.3.5 Berechnungsbeispiele: Immobilien

Nehmen wir folgendes Beispiel zur Berechnung des Lastenausgleiches an:

  • Eine Immobilie hatte einen Kaufpreis von 200.000 Euro und dieser wird dann auch so vom Vermögensregister erfasst.
  • Die Schulden werden von dem Vermögenswert abgezogen.
  • Der Restwert wird mit einer Zwangshypothek von 50% belegt.

Dieses Beispiel gucken wir uns nun in 4 verschiedenen Fällen an. Der erste Fall berechnet die Last bei 0 Euro Schulden (bezahlte Immobilie), während Fall 2-4 verschiedene Anteile an Schulden berücksichtigt.

1. Fall 2. Fall 3. Fall 4. Fall
Schulden
0 Euro
20.000 Euro
50.000 Euro
80.000 Euro
Restwert
200.000 Euro
180.000 Euro
150.000 Euro
120.000 Euro
Zwangshypothek 50%
100.000 Euro
90.000 Euro
75.000 Euro
60.000 Euro
Tilgung 1,6% pro Jahr
3333 Euro
3000 Euro
2500 Euro
2000 Euro

Die zu zahlende Zwangshypothek und damit die jährliche Tilgung im Rahmen des Lastenausgleiches reduziert sich tatsächlich immer weiter, je höher die Immobilie verschuldet ist. 

Du darfst aber nicht vergessen, dass diese jährliche Tilgung des Lastenausgleiches dann ja noch zusätzlich zu der eigentlichen Kreditlast bezahlt werden muss. Kannst du die zusätzlichen Kosten pro Jahr aufbringen? 

1.6.3.6 Variablen

In der Berechnung legte ich einen Lastenausgleich von 50% auf die Immobilien zugrunde. 

  • Hast du Guthaben, kannst du der Sache trotzdem nur bedingt gelassen gegenüberstehen. Vergiss nicht, dass auch alle anderen Vermögenswerte mit dem Lastenausgleich belegt werden könnten. Würde der Puffer, der dir in dem Beispiel übrig bleibt, ausreichen, um einen Lastenausgleich bedienen zu können?
  • Auch wenn sich dann noch der Zins von der Immobilienfinanzierung erhöht? 
  • Und wenn die Immobilienbesitzer von der Politik verhängte kostenintensive Klimaschutz-Auflagen umsetzen müssen? 
  • Wie sieht es aus, wenn zuvor eine Währungsreform wie in 1948 die Schulden reduziert? Oder eine Hyperinflation wie in 1923 sie sogar ganz eliminiert, bevor eine Sondersteuer erhoben wird? Denn somit erhöht sich dann wieder der zu zahlende Lastenausgleich… 

1.7 Hyperinflation 1923

1.7.1 Schuldenfrei über Nacht

Die Hyperinflation 1923 in Deutschland ließ die Schulden über Nacht wegschmelzen. Die Immobilien wurden entschuldet. Grundeigentümer waren in der Inflation also besser gestellt. 

1.7.2 Hauszinssteuern 1924

Auf die entschuldeten Immobilien wurden 1924 dann die Hauszinssteuern erlassen. Der Lastenausgleich bezog sich also auf den Gesamtwert der Immobilie.

1.8 Währungsreform von 1948

In 1948, also vor dem Erlassen des Lastenausgleichsgesetzes 1952, gab es noch eine Währungsreform

Bei der Umstellung von Reichsmark auf D-Mark sind die Vermögenswerte unterschiedlich in ihrer Umrechnung behandelt worden:

  • Laufende Zahlungen wie Miete, Rente, Gehalt wurden 1:1 umgerechnet.
  • Bargeld, Bankgeld, Lebensversicherungen etc. wurden im Verhältnis 100:6,5 umgestellt und Sparer wurden damit enteignet.
  • Verbindlichkeiten und Schulden wurden im Verhältnis 10:1 umgerechnet und damit drastisch reduziert.
  • Vermögenswerte wie Immobilien und Aktien mit 1:1.

1.8.1 Schulden und Verbindlichkeiten

Schulden und Verbindlichkeiten wurden also im Verhältnis 10:1 umgerechnet. Eine Immobilie mit Schulden in Höhe von 100.000 Reichsmark, hatte nach der Währungsreform also noch Schulden in Höhe von 10.000 DM. Der Eigentümer wurde dank der Währungsreform zu einem großen Teil entschuldet. Das klingt fantastisch? 

Nun ja. Durch die Entschuldung ist natürlich der Vermögenswert gestiegen. Somit ist ein größeres Vermögen vorhanden gewesen, welches dann wiederum mit der Sondersteuer des Lastenausgleiches belegt werden konnte. 

1.8.2 Guthaben

Und wie sah es mit dem Guthaben aus? Dieses wurde entwertet. Es wurde im Verhältnis 100:6,5 umgestellt. Von 100.000 Reichsmark blieben dann also noch 6500 DM Guthaben übrig. Unter dem Strich waren es dann 53,85% mehr Schulden. Der Lastenausgleich 1952 kam dann noch oben drauf.

Ob die Einführung des digitalen Euros genauso gestaltet wird wie die damalige Währungsreform bleibt fraglich. Aber wer sein gesamtes Vermögen in die Immobilie gesteckt hat, die zudem noch mit Schulden belastet ist, muss sich den Risiken bewusst sein. 

1.8.3 Lastenausgleich 1952

Das Lastenausgleichsgesetz von 1952 formulierte es im §37.1 a folgendermaßen: “Schulden, die im wirtschaftlichem Zusammenhang mit bestimmten Gegenständen stehen, sind in erster Linie bei dem Vermögensteil abzuziehen, zu dem die Gegenstände gehören”. 

Dies hatte zur Folge, dass Schulden vom Vermögenswert abgezogen wurden und der Restwert zur Berechnung der Vermögensabgabe herangezogen wurde. 

Die Schulden wurden aber durch die Währungsreform reduziert. Eine Kreditlast, wenn auch minimierte, bestand also weiterhin. Der gestiegene Vermögenswert wurde zur Berechnung der Sondersteuer herangezogen. 

1.9 Deine Vorsorge

1.9.1 Unvorhersehbarkeit

Die Vergangenheit auf die Gegenwart bzw. die Zukunft zu übertragen, ist natürlich eine reine Spekulation oder Vorsichtsmaßnahme. Je nachdem, wie du es betrachten möchtest.

Es ist vorteilhaft über das Lastenausgleichsgesetz von 1952 und die heutigen Bestrebungen Bescheid zu wissen. Trotzdem bleibt es schwierig, eine Prognose abzugeben, ob uns ein neuer Lastenausgleich 2024 droht.

1.9.2 Eigene Überlegungen

Überlege dir, was es für dich bedeutet, wenn auf all deine Vermögenswerte eine Sondersteuer von 50% erhoben wird. Kannst du dies stemmen? 

Zusätzlich zu dem Lastenausgleich musst du auch noch die anderen Gefahren der Enteignung berücksichtigen. Diese können sowohl deine Immobilie als auch dein restliches Vermögen betreffen. Wäge weitere Risiken als Immobilieneigentümer ab und entscheide dann: halten oder verkaufen?

1.9.3 Der Verkauf der Immobilie

Eine Sondersteuer wird jeden mit Vermögen treffen. 

Ein Mensch, der seinen Lebensabend in seinem bezahlten Eigenheim verbringen möchte hat eine andere Ausgangslage, als derjenige, der noch jahrelang eine Immobilienfinanzierung zu tilgen hat. 

Falls du deine Traum-Immobilie schon zu einem überteuertem Preis erworben hast, frage dich, ob du darüber hinaus, dann auch noch bereit bist eine Zwangshypothek abzubezahlen. Willst du dich davor bewahren, ziehe einen Verkauf in Erwägung.

Dies ist natürlich eine individuelle Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann. Auch für mich war es alles andere als leicht, mich für einen Verkauf meines Eigentums zu entscheiden. 

Nimmst du Dinge gerne selbst in die Hand, unterstützt dich ohne-makler.net bei deinem Vorhaben: Inseriere deine Immobilie nur einmal und deine Anzeige wird gleichzeitig auf den großen Immobilien-Portalen übertragen. 

Schaltest du deine Anzeige über ohne-makler.net kommst du dazu noch günstiger bei weg, als wenn du selbst auf den einzelnen Portalen inserieren würdest. Du sparst somit Arbeit, Zeit und Geld. 

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1.9.4 Meine Entscheidung

Obwohl so manch ein verschuldeter Immobilieneigentümer dem Lastenausgleich nicht ängstlich gegenübersteht, ist mir das persönlich zu heiß gewesen. Mein Grundsatz für die uns bevorstehenden Entwicklungen war und ist es, keine Schulden zu haben. 

Auf meiner Eigentumswohnung hatte ich noch Schulden. Ich wollte dieses Risiko schlichtweg nicht eingehen und mich nicht noch abhängiger machen. Meine Vorsorge hieß deshalb: Immobilie verkaufen. 

Hätte ich auch verkauft, wenn meine Wohnung abgezahlt gewesen wäre? Ja. 

Einfach weil ich bei einem Jobverlust nicht an den Wohnort gebunden sein möchte. Auch die anderen Risikofaktoren bzgl. der Immobilie wollte ich nicht eingehen. 

1.9.5 Menschen in Rente

So eine Entscheidung hat nicht nur eine finanzielle Komponente. 

Gerade ältere Menschen, können nicht mehr so flexibel und mobil sein. Es ist ihnen schlichtweg nicht möglich, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Auch ist es ihnen oft nicht möglich von ihrer Rente weitere Kosten zu bedienen. 

Bei einem Verkauf des eigenen kleinen abbezahlten Heims stellt sich nicht nur die Frage wohin, sondern wie eine Miete dauerhaft finanziert werden will, wenn von dem Erlös dann ebenfalls 50% Sondersteuer an den Staat abzugeben sind. 

Nicht zuletzt will ein alter Baum nicht verpflanzt werden. Diesen Menschen gilt mein Verständnis, meine Sorge und meine Hoffnung, dass nicht die Erstimmobilie betroffen sein wird – nicht nur weil es meine eigene Familie betrifft.

1.10 Weiterführende Literatur

Wenn du dich tiefergehend mit solchen Themen, wie unter anderem dem Lastenausgleich, beschäftigen möchtest, empfehle ich dir Vorsicht Enteignung!* von Michael Grandt oder Finanzielle Selbstverteidigung* von Marcus Miller.

Bist du Immobilieneigentümer? Dann rechne dir deine jährliche Tilgung bei einem Lastenausgleich von 50% aus. Wäre dies für dich ein Grund zu verkaufen? Oder bist du eventuell noch kein Eigentümer, hast aber Interesse an einem Immobilienkauf? Was denkst du nun darüber, nachdem du den Beitrag gelesen hast?

Denk dran: Vorsorge schafft Sicherheit, 

deine Diana

Bildquelle: Clker-Free-Vector-Images/pixabay

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Dieser Beitrag hat 17 Kommentare

  1. Barbara K.

    Hallo Diana,
    Du hast das Thema super erklärt, danke dafür. Meine Situation: 64 J., 2024 Renteneintritt mit ca. 400,-€ Rente/Monat ( 30 Jahre selbständig als Kleinunternehmer) , sämtliche finanzielle Rücklagen während der Coronapandemie aufgebraucht. Meine kleine Eigentumswohnung ist abbezahlt und bin nun am Überlegen, was zu tun ist. Ich hänge nicht an der Immobilie, frage mich aber, was nutzt mir ein Verkauf wenn die Vermögensabgabe auch auf Geld ( Aktien, Gold etc., also nicht nur Immobilien ) gezahlt werden muß, was ich ja dann auf dem Konto durch den Verkauif zu liegen habe ? Schlaflose Nächte kommen auf einen zu …..

    1. Diana

      Liebe Barbara,
      danke für deinen Kommentar und die Schilderung deiner persönlichen Situation. Wenn der Lastenausgleich kommen sollte, wird er, wie schon damals, über Jahrzehnte angelegt, um den monatlichen Betrag „klein“ zu halten. So wurden damals Notverkäufe verhindert.
      Wenn du deine Eigentumswohnung hältst, wünsche ich dir, dass du die Belastung irgendwie stemmen kannst.

      Du hast ganz Recht, wenn du sagst, dass das europäische Vermögensregister auch andere Vermögenswerte betreffen wird. Warum du das Geld nicht auf dem Konto liegen haben solltest, erkläre ich im Beitrag “Wem gehört das Geld auf dem Bankkonto”.

      Ich wünsche dir alles Gute,
      Diana

  2. Anonymous

    Nicht jammern, ihr hat die Altparteien gewählt, jetzt müssen ALLE die Konsequenzen tragen……….Danke

  3. Georg Fürst

    Ist das nicht panikmacherei? 50%, ernsthaft? Deutschland hatte 2021 2,36 Billionen Euro Schulden. Demgegenüber stehen 15 Billionen Immobilienwerte und ca. 8 Billionen Finanzwerte in privater Hand. Der Staat ist also gerade mal mit 12% verschuldet. Warum soll er dann 50% Lastenausgleich fordern? Außerdem würde das keine Regierung politisch überleben und die EU-Kommission schafft es nicht mal die Zeitumstellung abzuschaffen, da kommen Sie mit nem Vermögensregister in Europa. Nee, ich hab da eine andere Vermutung.

    1. Diana

      Vielen Dank für Ihren Kommentar Georg.

      Ist es Panikmache oder sind es Fakten?
      Warum wurde eine Machbarkeitsstudie für das europäische Vermögensregister in Auftrag gegeben? Warum existiert noch das Lastenausgleichsgesetz und warum wurde es 2019 geändert? Warum werden diese Änderungen zum 1.1.2024 gültig? Bezüglich der Schulden dürfen Sie nicht vergessen, dass der deutsche Bürger auch für marode Banken in Südeuropa haftet.

      Was genau passieren wird, wissen wir erst, wenn ein neuer Lastenausgleich eintritt bzw. verkündet wird. Uns Bürger wird man jedoch nicht fragen, ob wir dies als gerechtfertigt finden. Also lieber Jahre zu früh vorsorgen als einen Tag zu spät?

      Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden.

      Viele Grüße,
      Diana

  4. Angelika

    Hallo Georg, welche Vermutung meinen Sie? Ich stehe wohl auf dem Schlauch. Interessiert mich wirklich.
    Danke und beste Grüße
    Angelika

  5. Karoline

    Hallo zusammen
    Ich hab mal eine Frage, vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen. Ich habe eine Immobilie (voll abbezahlt) in Deutschland, habe aber einen Wohnsitz im Nicht-EU-Ausland. Bin ich in dieser Situation vom Lastenausgleich betroffen (Deutsche Staatsbürgerschaft noch vorhanden) oder betrifft das nur Leute mit Wohnsitz innerhalb der EU bzw Deutschland?

    1. Diana

      Liebe Karoline,

      meinem Verständnis nach wäre deine Immobilie davon betroffen, da du eine deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und deine Immobilie in Deutschland ist. Meine Angaben sind das Ergebnis meiner Recherchen, jedoch ohne Gewähr. Niemand kann sagen, welche Enteignungsrisiken für Immobilieneigentümer (wann) eintreffen werden. Ich weiß, dass das alles vage ist. Deshalb ist es auch schwer Entscheidungen als Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

      Ein weiterer Faktor: Neuerdings wird diskutiert, welche Größe des Wohnraums erlaubt sein wird. Der sogenannte Wohnraumkonsum wurde als Ursache des Klimawandels genannt und soll deshalb zukünftig unterbunden werden. Der Sozialismus wird wieder en vogue.

      Viele Grüße, Diana

  6. Anonym

    Hallo,
    bringt es etwas, wenn ich auf meine Immobilie ein Wohnrecht für meine Kinder eintragen lasse? Unser Haus ist abbezahlt, mein Mann in Rente.

    1. Diana

      Das kann ich Ihnen nicht sagen. Ich übe keine Beratung aus.

  7. Sybille

    Hallo Diana,
    super geschrieben, vielen Dank.
    Auch mich treibt ein anstehender Lastenausgleich / eine Zwangshypothek um. Ich bin der Überzeugung, dass da was auf uns zukommt …..
    Ich habe kürzlich ein Zweifamilienhaus geerbt und nun stellt sich mir die Frage, wie ich mein Vermögen retten kann. Meine Überlegungen zu verkaufen stehen im Raum und Deutschland den Rücken zu kehren.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann kann ich auch nach meiner Auswanderung noch “belangt” werden?
    Darf ich fragen, wie Du mit deinem Vermögen aus dem Verkauf der Wohnung gemacht hast?
    Viele Grüße
    Sybille

    1. Diana

      Liebe Sybille, bitte entschuldige meine späte Antwort. Welche Gesetze erlassen werden, steht noch in den Sternen. Amerikaner müssen wohl auch wenn sie im Ausland wohnen aufgrund ihrer amerikanischen Staatsangehörigkeit Steuern in den USA bezahlen. In Deutschland wurde der Wunsch mal geäußert, die Gesetze dahingehend zu ändern. Ob so ein Gesetz bereits existiert, kann ich dir nicht sagen. Sollte es so kommen, könntest du in der Zukunft nicht mehr von einem günstigeren Steuersatz im Ausland profitieren, solange du eine deutsche Staatsangehörigkeit hast. Wenn du allerdings verkaufst, wie du es überlegst, verfügst du nicht mehr über die Immobilie und kannst dann auch nicht mehr belangt werden.
      Über das Welteinkommensprinzip möchte ich mich noch genauer informieren. Dazu suche ich einen aussagekräftigen Steuerberater. Bisher habe ich keine verlässliche Aussage bekommen können.
      Um auf deine Frage Bezug zu nehmen, wie du dein Vermögen nach dem Verkauf der Immobilie investieren kannst, bieten sich stabile Sachwerte wie Edelmetalle, Diamanten und Rohstoffaktien an. Meine Empfehlungen sind jedoch ohne Gewähr! Wir werden alle bluten müssen – leider. Liebe Grüße, Diana

      1. Sybille

        Ich danke Dir Diana,

  8. Amanda

    Zuerst sollte man als erstes einmal die besteuern, die viele Eigentumswohnungen oder Häuser zu vermieten haben,
    weil es würde wieder einmal den kleinen Mann betreffen. Wie schon angeführt wurde bei einem Rentner: Haus abbezahlt, wenig Rente und keine Rücklagen. Dies würden dann wieder die Reichen ausnützen und sich an den
    dadurch stattfindenden “Wohnungs-/Hausnotverkäufen” bereichern. Die Bauwirtschaft und auch andere Bereiche würde zusammenbrechen, da sich niemand mehr eine Wohnung/Haus leisten kann durch die Baufinanzierung und Abgabe des Lastenausgleichs. Ich denke dass sich dadurch auch viele Suizide daraus ergeben. Wie soll ein Rentner oder jemand mit wenig Einkommen der eine Immobilie im Wert von 400 000 € abbezahlt hat. Im Jahr dann über 6000 € für den Lastenausgleich aufbringen. Es fallen ja auch im Laufe der 30 Jahren auch Renovierungsarbeiten am Haus/Wohnung an und Neuanschaffungen wie Auto oder Elektrogeräte und Möbel für den Haushalt.

    1. Diana

      Liebe Amanda, danke für deinen Kommentar. Es ist so wie du sagst, dass viele die Immobilie als einziges Vermögen besitzen. Im Gegensatz zu anderen Europäern besitzen wir Deutsche sogar am Wenigsten privates Vermögen pro Kopf. Neben den Instandhaltungskosten kommen immer höhere Nebenkosten auf uns zu. Demnächst werden wir für den Klimawandel bezahlen dürfen. Ob er dadurch besser wird?

      Um Notverkäufe zu vermeiden, wurde der Lastenausgleich 1952 auf 30 Jahre gestreckt. So wurde die Belastung gering gehalten. Wie du schon geschrieben hast: Auch diesen Betrag wird kaum einer aufgrund der derzeit hohen Immobilienpreise bezahlen können.

      In den USA leben seit der Finanzkrise 2008 viele Menschen auf der Straße. Sie verloren alles.
      Überall ist die Ablenkung aktuell so groß, dass sich viele Menschen nicht bewusst sind, was uns drohen könnte. Fangen wir erst zu sehen an, wenn es zu spät ist?

  9. Reisendorf

    Erstmal vielen Dank für den guten Artikel und die guten Kommentare.
    Statt eines Lastenausgleichs auf Immobilien sollen man einen Lastenausgleich aus dem Lebensverdienst anstreben. Wenn einer all sein Geld in seine Immobilie steckt, der andere aber seine Werte im Ausland versteckt oder einfach verlebt (tolle Reisen, Exkusionen usw) hat, ungeschoren davonkommt ist das aus meiner Sicht in hohem Maße ungerecht. Ganz zu schweigen von den ganz Schlauen, die auf Mobilien wie Kunst, Schmuck, Antiquitäten usw.), gesetzt haben / hatten, die nicht erfasst und viel schlimmer kaum richtig bewertet werden können. Der Lebensverdienst kann das Finanzamt ganz leicht ermitteln und entsprechende Abgaben fordern, die gleich vom laufenden Gehalt, Pension, usw, einbehalten werden können.
    Zum Lebensverdienst gehören auch alle Erbschaften, Schenkungen, Abfindungen sprich alles was sozusagen “reingekommen ist”.

    1. Diana

      Hallo Reisendorf,
      Vielen Dank für den Kommentar und die Darstellung der eigenen Meinung. Ein möglicher zukünftiger Lastenausgleich beträfe nicht nur Immobilien. Basierend auf dem europäischen Vermögensregister wären alle Vermögenswerte betroffen. Durch das Welteinkommensprinzip muss schon jetzt, bei einem Wohnsitz in Deutschland, jegliches Vermögen versteuert werden, auch wenn es am anderen Ende der Welt investiert wurde.

      Das von dir/Ihnen gewählte Wort „Lebensverdienst“ ist so schön, dass ich gerne meine Meinung dazu darlegen möchte. Der Lebensverdienst ist nichts anderes als die Lebensleistung. Das ist aber nicht nur das Vermögen, was nach Abzug der Einkommenssteuer, Abgaben und den Steuern auf alles, was wir kaufen oder aufbauen, übrig bleibt. In der Lebensleistung stecken Lebenszeit, geistiges Engagement, oftmals körperliche Arbeit, Verantwortungsübernahme, Setzung von eigenen Prioritäten und damit einhergehend auch der Verzicht bei anderen Dingen.

      Ich persönlich finde, dass es die Freiheit jedes einzelnen sein sollte, Entscheidungen zu treffen, was er mit seinem Vermögen anfängt. Warum sollte der Staat oder die Allgemeinheit ein Anrecht auf die Lebensleistung eines Anderen haben? Und wo würde das hinführen? Doch dahin, das die, die nichts haben, die Lebensleistung von anderen umverteilen möchten. Diese Neid-Debatten sehen wir schon jetzt. Am Ende wird niemand mehr etwas besitzen, aufbauen oder schaffen können und auch nicht wollen. Wollen wir als Bevölkerung dahin?

      Vielleicht sollte die Frage nicht sein, wer am Ende bluten muss (weil es die Gesellschaft noch mehr spaltet und weil wir sowieso alle in irgendeiner Form betroffen sein werden), sondern, wer diese Situation verursacht hat. Der Übeltäter selbst wird natürlich mit dem Finger auf andere zeigen…

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